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ATX der Wiener Börse

ATX mit den Blue Chips von Österreich

ATX Wiener BörseDer ATX ist der wichtigste Aktienindex in Österreich und heißt Austrian Traded Index. Er wurde von der Wiener Börse im Jahr 1991 mit 1.000 Punkten eingeführt und erreichte 2007 erstmals mehr als 5.000 Punkte. Im ATX sind die 20 größten und umsatzstärksten Aktiengesellschaften Österreichs integriert, wodurch der ATX die sogenannten Blue Chips Österreichs, also die großen an der Börse notierten Unternehmen beinhaltet. Indizes, die Blue Chips integrieren, gelten als sehr ruhige Werte, bei denen die Schwankungsbreite gering ist.

Trotzdem kann auch der ATX bei globalen Vorkommnissen oder raschen Marktänderungen deutlich an Wert verlieren oder dazu gewinnen. Der ATX ist international gesehen ein kleinerer Index, aber die Bemühungen der Wiener Börse AG um Stärkung der Marktposition haben in den letzten Jahren Früchte getragen. Besonders das Bemühen um mehr Aktienhandel, um Gewinnung neuer Unternehmen im Kapitalmarkt haben sich bezahlt gemacht. Damit hat die Wiener Börse deutlich an Aufschwung gewonnen und Aktionen wie eine österreichweite Roadshow haben zusätzlich für Interesse am Aktienhandel gesorgt.

ATX als Preisindex

Der ATX ist ein Kursindex ähnlich dem Dow-Jones-Index, bei dem der eigentliche Preis der beinhalteten Aktien den Kurswert des ATX ergeben, wobei stärkere Aktien mehr Einfluss auf den ATX-Kurs haben als kapitalschwächere Aktien. Damit ist der ATX ein Preisindex, wie dies auch der Dow Jones Index der New Yorker Wallstreet ist.

Eine andere Variante beim Aktienindex ist der Performancekurs, bei dem neben den tatsächlichen Kurswerten zusätzlich die Dividende hinzugerechnet werden. Das bekannteste Beispiel für diese Variante ist der DAX der Frankfurter Börse. Obwohl der DAX eine andere Berechnung aufweist, ist er dennoch mit dem Dow Jones als Leitbörse global wichtig und der ATX orientiert sich oft an den Geschehnissen, die aus Deutschland berichtet werden. Steigt der DAX, dann zieht auch der ATX mit. Sinkt der DAX, dann kommen auch in Österreich die Kurse unter Druck.

Sonderjahr 2013

Eine Abkehr vom Gleichschritt hat man besonders im Jahr 2013 feststellen müssen. Während der Dow Jones Index in New York und der DAX in Frankfurt deutlich nach oben zogen und von einem Allzeithoch zum nächsten rasten, blieb der ATX auf moderatem Niveau stecken. Von den 5.000 Punkten, die vor der globalen Finanzkrise erreicht worden waren, war man Dimensionen entfernt. Es ist also nicht immer so, dass die Börsen gleich agieren und reagieren.

Das hat auch oft nationale oder gar lokale Gründe. Österreich war stets die Schaltzentrale zwischen dem Westen und dem Osten und hatte sehr gute Kontakte zu Ost- und Südosteuropa. Diese hat man genutzt, um etwa das Bankensystem auszuweiten, aber durch die gloable Finanzkrise kamen die heimischen Banken massiv unter Druck und das hat die US-Banken oder die deutschen Banken weit weniger betroffen. Und schon hat man eine der Erklärungen, warum die Wiener Börse sehr geschwächt aus der Krise hervorging und Jahre brauchte, um wieder die 3.000 Punkte übertreffen zu können. Erst 2017 gab es ein sattes Plus beim Aktienindex ATX.

Dennoch ist es oft so, dass die Börsen global agieren und vor allem reagieren. Gibt es Zoff in Asien, dann stehen die europäischen Börsen ebenfalls unter Druck, was aber nicht heißt, dass es immer gleich nach unten gehen muss. Anlegerinnen und Anleger sind nervöser, die Kurse nicht so leicht auszurechnen. Nur bei einem richtigen Börsencrash ziehen die Vorgaben deutlich nach unten und das heißt auch, dass etwa der DAX in Frankfurt und der ATX in Wien ein sattes Minus schreibt, wodurch der Dow Jones Index, der später öffnet, ebenfalls eine schwierige Marktsituation vorfindet.

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