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Bergankunft im Straßenrennen

Bergankunft: Ziel auf erhöhter Lage

Im Rahmen eines Etappenrennens gibt es nicht nur die Zielankunft im flachen Gelände oder nach einer Abfahrt im Tal, sondern auch in Form einer Bergankunft auf einem Berg oder Hügel. Es muss nicht immer ein schwerer Bergpass sein, der als Bergankunft ausgewählt wird, doch meist ist es genau so, dass schwierige Anstiege hierfür ausgewählt werden.

Bergankunft im Straßenrennen

Der wesentliche Unterschied zwischen einer Bergetappe, die im Tal endet und einer solchen, die als Bergankunft ihr Ende findet, besteht darin, dass man bei der Abfahrt vielleicht noch ein wenig Zeit gutmachen kann, wenn man sehr mutig ist und ein guter Abfahrer, während bei der Bergankunft die Zeit im Ziel gemessen wird und man keine Chance mehr hat, den Rückstand, denn man im Anstieg eingestehen musste, zu reduzieren.

Von der Taktik her ist die Bergankunft immer eine Etappe, die entscheidend für die Gesamtwertung ist. Das gilt sowohl für kleinere Rundfahrten wie auch für die großen Schleifen. Die Bergankunft auf dem Kitzbüheler Horn bei der Österreich Radrundfahrt ist ebenso entscheidend für den Gesamtsieg wie jene nach Alpe d´Huez bei der Tour de France oder hinauf nach Sestrière beim Giro d´Italia.

Da es keine Abfahrt mehr gibt, wird der Anstieg anders gefahren und die Kollegen eines Favoriten fahren mit hoher Geschwindigkeit in den Berg hinein, um möglichst viele Konkurrenten abzuschütteln oder zumindest in Probleme zu bringen. Danach muss der favorisierte Kollege den Berg schnell hochfahren, um Zeit auf die Konkurrenz gutmachen zu können.

Die Bergankunft kann sich aber auch im Hügelland befindet und dann ist es oft eine kurze, aber doch anspruchsvolle Ankunft auf höherem Niveau. Bei der Vuelta gibt es zum Beispiel Bergankünfte auf nur 700 Meter Seehöhe, die aber trotzdem anspruchsvoll sind, weil diese Berge vom Meeresniveau an angesteuert werden und somit die Höhendifferenz dennoch beachtlich ist. Besonders an der Nordküste werden solche Streckenteile gerne eingebaut.

Bergankunft und Publikum

Aber gerade die hohen Berge wie bei der Tour de France oder beim Giro sowie die höchsten Berge in Spanien locken die Massen an. Am intensivsten ist dies bei einer Bergankunft auf Alpe d´Huez zu beobachten, wenn geschätzt eine halbe Million Menschen den Straßenrand säumen und die Profis von Kehre zu Kehre fast schon nach oben schreien. Das Szenario ist beeindruckend anzuschauen, aber fast schon gefährlich für die Fahrer, die sich jederzeit bei einem Zuschauer in Schwierigkeiten bringen können, da diese mitlaufen und zum Teil auch in das Renngeschehen eingreifen, anschieben - was verboten ist - oder große Fahnen vor die Köpfe der Rennfahrer schwenken, womit die Sicht für einen Moment verloren geht.

Das Spektakel bringt die Begeisterung des Radsports direkt via TV und Internet nach Hause, ist aber kaum beherrschbar und kontrollierbar. Es gibt wohl am Rand noch einige Helfer und Sicherheitsleute, doch die können nicht überall sein.

Vom sportlichen her ist die Bergankunft etwas ganz Spezielles, denn häufig weiß man am Fuße des Berges nicht, wer oben gewinnen könnte. Es greifen verschiedene Fahrer an und gehen dann regelrecht ein, weil sie zu schnell begonnen haben. Andere sind Favoriten und man wähnt sie als Sieger und plötzlich geht nichts mehr und wiederum andere bekommen die sogenannte zweite Luft und können einen finalen Angriff starten, um sich die Etappe zu sichern.

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