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Zinsgefälle und Zinsniveau

Argument für einen Kapitaltransfer

Als Zinsgefälle bezeichnet man den Unterschied im Zinsniveau zwischen verschiedenen Ländern und Anlageformen. Auch bei den Währungen spielt das Zinsgefälle eine wesentliche Rolle. Damit wird die Lust groß, den Zinsunterschied auszunutzen, wobei die Themen vom Fremdwährungskredit bis zum Verschieben großer Geldsummen zwecks Zinsgewinn reichen.

Grundlagen zum Zinsgefälle

Wenn man als Beispiel das Verhältnis von US-Dollar und Euro heranzieht, so gibt es seitens der Federal Reserve System (Zentralbank in den USA) eine andere Zinspolitik als von der Europäischen Zentralbank (EZB). So kann es vorkommen, dass die Zinspolitik in den USA deutlich niedriger gestaltet ist, als in Europa.

Als Folge erhält man beim Euro für kurzfristiges Anlegen mehr Zinsen ergo mehr Profit als in den USA, weshalb angelegte Gelder in den US-Dollar dort herausgelöst und nach Europa transferiert werden. Man spricht dann von einem Kapitalexport, da die Landesgrenzen überschritten werden. Dieser Kapitaltransfer findet regelmäßig statt und reagiert sehr sensibel auf alle Zinsentscheidungen. Bereits die Ankündigung, dass die Zinsen gesenkt oder angehoben werden, sorgt für viel Bewegung auf den Kapitalmärkten, weil sich dadurch das Zinsgefälle verändert.

Probleme mit dem Zinsgefälle

Das Zinsgefälle ist generell ein großes Thema, weil es Leute mit viel Kapital gibt, die von einem Land zum anderen Gelder verschieben, um an den Zinsen profitieren zu können. Dabei können auch ärmere Länder betroffen sein, in denen das Zinsniveau sehr hoch ist und so bringt man diese Nationen zusätzlich unter Druck. Daher werden solche Aktionen auch scharf beobachtet und immer wieder unterbunden, soweit sie erkennbar sind.

Im kleinen kann man den Fremdwährungskredit nennen. Viele Leute in Österreich haben ihren Kredit zur Errichtung eines Eigenheims über einen solchen Kredit, hauptsächlich mit dem Schweizer Franken, abgeschlossen. Häufig wurde man auch von den Banken dahingehend beraten, weil das Zinsniveau in der Schweiz viel niedriger war als in der Eurozone. Mit dem Zinsvorteil wäre der Kredit auch deutlich günstiger gekommen, aber durch die Weltwirtschaftskrise kam der Euro unter Druck und die Zinsen sind gleichfalls gesunken, während der Franken deutlich aufgewertet hat - damit wurde der Kredit viel teurer als ursprünglich erhofft. Die Zinsen alleine sind also nicht das einzige Argument, das bei solchen Aktionen zu beachten ist.

Wenig Zinsen ergibt neue Orientierung beim Anlegen

Ist das Zinsniveau generell niedrig, gibt es einen Kapitaltransfer in eine andere Richtung. Statt von einer Währung zur anderen zu wechseln und eine neue Anlageform auszuwählen, wird dann gerne in Rohstoffe investiert, beispielsweise in Gold oder mittlerweile auch in Rohstoffe der Agrarwirtschaft. Das liegt darin begründet, weil Gold & Co. stabile Werte darstellen, die einen höheren Profit abwerfen, wenn die Währungen gerade unter Druck geraten sind.

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