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Auch im Juni 2020 sehr hohe Arbeitslosenzahlen

Die Arbeitslosigkeit geht zurück, aber nur langsam

Die Arbeitslosenzahlen haben im Jahr 2020 Werte erlangt, die es schon ewig nicht mehr gab, weil durch das umfangreiche Schließen der verschiedensten Betriebe aufgrund der Corona-Krise schlichtweg viele Arbeitsplätze verloren gingen. Im April war der Zuwachs an Arbeitslosigkeit am höchsten, im Juni ging die Arbeitslosigkeit leicht zurück, aber der Vergleich mit den Vorjahreswerten sagt ohnehin mehr als genug.

Das Arbeitsmarktservice ermittelte per Ende Juni 2020 insgesamt 414.766 arbeitslose Menschen, das sind um 56,8 % oder 150.246 Personen mehr als im Juni 2019. Dazu kamen 48.739 Personen, die Schulungen zugewiesen wurden, das waren um 10.944 Personen oder 18,3 % weniger als vor einem Jahr. In Summe ergab das 463.505 arbeitslose Menschen - 43 % oder 139.302 Personen mehr als Ende Juni 2019.

Im europäischen Vergleich lag Österreich bei der EUROSTAT-Statistik mit 4,8 % auf Platz neun, Tschechien lag weiterhin mit 2,1 % an der Spitze, erstaunlicherweise hatte Griechenland den letzten Platz an Spanien abgetreten. Griechenland konnte sich auf den Wert von 14,4 % steigern, Spanien hatte 14,8 % zu Buche stehen.

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Die Vergleichswerte bei den einzelnen Personengruppen zeigen natürlich, wie schlimm die Lage ist. Zwar sind die Zahlen im Vergleich zum April etwas gesunken, aber im Jahresvergleich sind düstere Ergebnisse zur Kenntnis zu nehmen. So stieg die Arbeitslosigkeit bei den Frauen um 57,4 %, bei den Männern um 56,2 %. Ganz übel hat es die jungen Leute erwischt. Ausgerechnet jene Gruppe von 15 bis 24 Jahre, die zuletzt sehr gute Werte liefern konnte mit deutlichen Rückgängen bei den Arbeitslosenzahlen, wies Ende Juni um 80,5 % mehr Arbeitslose auf als vor einem Jahr.

Bei den Inländern gab es ein sattes Plus von 48,8 %, bei den Ausländern gar von 74,2 %. Geringer fiel das Plus bei den Menschen ab 50 Jahre mit 42 % aus, bei den behinderten Personen gab es ein Plus von 56,5 %.

Bundesländervergleich

Übel sind auch die Ergebnisse nach Bundesland. Quer durch Österreich stiegen die Zahlen um zumindest 40 % an wie in Niederösterreich mit dem noch "geringsten" Wert, besonders schlimm ist es in Tirol mit mehr als 120 % Zuwachs bei der Arbeitslosigkeit. Westösterreich ist wegen des Tourismus noch stärker betroffen als Ostösterreich, wo es aber auch nicht gerade lustig ist, wenn die Zahlen fast um 50 % höher sind als vor einem Jahr.

Bundesland Arbeitslose Vergleich
Personen
Vergleich
%
Niederösterreich 64.224 +19.547 +43,8 %
Burgenland 10.364 +3.316 +47,0 %
Wien 162.245 +53.031 +48,6 %
Kärnten 23.544 +8.121 +52,7 %
Oberösterreich 45.425 +17.008 +59,9 %
Steiermark 46.768 +18.201 +63,7 %
Vorarlberg 14.125 +5.706 +67,8 %
Salzburg 19.941 +9.775 +96,2 %
Tirol 28.130 +15.541 +123,4 %

 

Datenquelle: https://www.ams.at

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Die Arbeitslosigkeit wird in jedem Land über die Arbeitslosenquote definiert, wobei sich diese je nach Verfahren unterscheiden kann. In Österreich gelten strengere Regeln bei der nationalen Arbeitslosenquote als etwa beim europäischen Vergleich mittels EUROSTAT-Auswertung, was auch logisch ist, um gleiche Zahlen vergleichen zu können.

Monatsberichte über die Arbeitslosigkeit 2020 in Österreich

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    Infos zum Artikel

    Arbeitslosenzahlen im Juni 2020Artikel-Thema: Auch im Juni 2020 sehr hohe Arbeitslosenzahlen

    Beschreibung: Auch im Juni 2020 war die Arbeitslosigkeit durch die Corona-Krise extrem hoch - mit Schulungsteilnehmern waren über 460.000 Menschen auf der Arbeitsplatzssuche.

    letzte Bearbeitung war am: 17. 09. 2020