Startseite > Sport > Wintersport > Ski Alpin Damen > Disziplinen

Ski Alpin - Disziplinen

Weiterentwicklung durch den Super-G

Lange Jahre gab es eine ziemlich strikte Trennung zwischen den Rasern und den Technikern innerhalb des Schizirkus. Nur wenige konnten beim Slalom mithalten und siegten auch in der Abfahrt. Die Techniker waren dabei im Vorteil, weil sie mit Slalom und Riesentorlauf zwei Disziplinen abdecken konnten, während die Speedfreaks mit der Abfahrt auskommen mußten. In der Kombination waren die Slalomläufer klar im Vorteil und daher ging der Gesamtweltcup entweder an die Techniker oder an einen Allrounder wie es Petra Kronberger, Maria Walliser oder Michaela Figini waren. Aktuell sind Anja Pärson und Janica Kostelic solch Allround-Talente.

Mit der Einführung des Super-G wandelte sich der gesamte Weltcupzirkus bei Damen und Herren gleichermassen. Nicht nur, dass die Geschwindigkeitsexperten mit dem Super-G eine zweite Disziplin bekommen haben, sie haben mehr Chancen auf den Gesamtweltcup erhalten und haben auch durch das Super-G-Training einen Fuss in die Mannschaft der Riesentorläufer erhalten. Gesamtweltcup gewinnt nun jene, die Abfahrt, Super-G und Riesentorlauf annähernd gleich dominieren kann. Dadurch wurden die Slalomkünstler etwas isoliert, denn der Slalom wurde immer spezieller durch die extrem kurzen Ski.

Der Super-G änderte die Szene aber auch umgekehrt. Läuferinnen, die man vom Riesentorlauf her kannte, waren durch den Super-G zur Abfahrt gelangt und haben somit ihre Chancen im Gesamtweltcup stark verbessern können.

Abfahrt

Bei der Abfahrt wird mit hoher Geschwindigkeit eine Strecke einmal abgefahren. Es werden dabei Geschwindigkeiten bis zu 130 km/h und mehr erreicht und es gilt, sowohl eine hohe Geschwindigkeit zu erreichen, als auch mit Gefühl über bestimmte Stellen des jeweiligen Kurse zu fahren.

Durch die neuen Technologien bei der Skierzeugung können die Athletinnen heute Kurvenradien fahren, die früher undenkbar waren. Das bringt einerseits sehr hohe Verletzungsrisiken, vor allem für die Kniegelenke, weil Kräfte frei werden, die für die Gelenke einfach zuviel werden, andererseits bringen die Carvingschwünge noch mehr Dynamik in den Abfahrtslauf.

Super-G

Der Super-G ist eine Kombination aus Riesentorlauf und Abfahrt. Es muss zwei Sprünge im Kurs geben und der Super-G ist etwas kürzer als die Abfahrt. In den letzten Jahren war der Super-G aber immer abfahrtsähnlicher geworden, nur selten ist der Kurs so gesteckt, dass er an einen Riesentorlauf erinnert.

Mittlerweile ist der Super-G eine der umkämpftesten Disziplinen, weil sowohl Technikerinnen, die vom Riesentorlauf kommen als auch Abfahrerinnen Chancen sehen, hier zu siegen. Kaum eine andere Disziplin ist in der Weltcupwertung so eng im Ausgang wie der Super-G.

Riesentorlauf

Im Riesentorlauf werden in zwei Durchgänge bestritten. Der Riesentorlauf verlangt viel Feingefühl, technisches Können und auch Kondition. Die Tore sind weiter auseinandergesetzt als beim Slalom, es werden aber keine Topgeschwindigkeiten erreicht, wie man sie vom Super-G her kennt. Sprünge sind auch eher zufällig.

Der Riesentorlauf erfuhr eine völlig neue Fahrweise, als Hermann Maier in den Weltcup-Zirkus kam. Er schien die Tore geradezu "fressen" zu wollen und fuhr eine so aggressive Linie, dass die Konkurrenz chancenlos war. Seine Fahrweise wurde teilweise auch bei den Damen kopiert, wo der Riesentorlauf jetzt viel intensiver und enger gefahren wird, wobei auch hier die neue Carving-Technik mitverantwortlich ist.

Slalom

Der Slalom hat sich enorm verändert. Vor einigen Jahren wurden die Slalomstangen noch mit langen Brettern passiert, heute sind sehr kurze Carving-Ski im Einsatz, manche sind gerade einmal 1,55m lang. Dadurch wurde der Slalom aber sehr speziell und ist nur für wenige Allrounder noch ein Thema. Denn es bedarf eines sehr intensiven Trainings, um sich an diese kurzen Ski zu gewöhnen, die ganz anders zu fahren sind als die Ski der anderen Disziplinen.

Kombination und Super-Kombination

Die originale Kombination besteht aus einem Abfahrtslauf und einem kompletten Slalom. Diese Kombination wird noch bei den Herren in Kitzbühel jedes Jahr traditionell ausgetragen. Das Problem dabei ist, dass die Abfahrer praktisch keine Chance auf vordere Plätze haben, weil sie in den beiden Slalomläufen enorme Zeitabstände einstecken müssen.

Aus diesem Grund wurde die Super-Kombination erfunden. Hier wird ein Abfahrtslauf und ein Slalomdurchgang an einem Tag durchgeführt. Zwar haben die Slalomläuferinnen immer noch einen leichten Vorteil, aber diese Form der Kombination wirkt doch fairer und beginnt langsam, viele Anhänger zu gewinnen.

Teambewerb

Neu eingeführt wurde der Teambewerb, bei dem jeweils viermal ein Super-G und viermal ein Slalomdurchgang gefahren werden. Jede Nation stellt maximal sechs Mitglieder, wobei mindestens zwei Frauen und zwei Männer enthalten sein müssen. Es fährt abwechseln eine Läuferin bzw. ein Läufer die Durchgänge, wobei die Nationen nach Zeit gereiht werden. Jede Position ergibt eine Zahl - zum Beispiel für den ersten Platz die Zahl 1, für den zweiten die Zahl 2 usw.

Nach allen acht Durchgängen werden die Ziffern addiert und die Nation mit der niedrigsten Gesamtzahl hat gewonnen. Der Teambewerb wurde erstmals bei der Alpinen Schiweltmeisterschaft 2005 ausgetragen und sorgte für eine Überraschung, denn die Deutschen siegten vor den favorisierten Österreichern.

 

[wissenswertes.at / 18. November 2006]

 



Kommentar schreiben (Werbung wird gelöscht)

Spamschutz: Welche Farbe hat das rote Auto?


RSS-FeedRSS
abonnieren






Nachschlagewerke auf Wissenswertes.at

Autolexikon | Actionfilme | Banken-ABC | Börsenlexikon | Burgen in Österreich | Computerlexikon | Firmen A-Z | Handylexikon | Immobilienlexikon | Katzenrassen | Komödien | Lebensmittel | Modelexikon | Museen in Österreich | Mustervorlagen | Naturparks | Online-Marketing | Politik-ABC | Salatrezepte | Schul-ABC | Seen in Österreich | SMS-Sprüche | Sportlexikon | Sprichwörter | Stilblüten | Straßenverkehr | Unternehmenslexikon | Verkehrszeichen | Volkswirtschaftslehre | Waffelrezepte | Wanderwege in Österreich | Wetterlexikon | Zitate |