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Die Erstbesteigung des K2

Gipfelsieg durch die Italiener

Bei einigen der hohen Berge im Himalaya und auch im Karakorum waren viele nationalistische Gedanken eine entscheidende Antriebsfeder und dennoch war es nicht immer so. Die Deutschen betrachteten den Nanga Parbat als "ihren" Berg, die Briten den Mount Everest und die Italiener den K2, was seine Wurzeln in den italienischen Expeditionen der früheren Jahre hatte.

1953 waren die Amerikaner beim Versuch, den K2 zu besteigen, gescheitert, aber obwohl viel Konkurrenzdenken zwischen den verschiedenen Ländern herrschte, gaben die Amerikaner den Italienern für ihren Versuch 1954, also einem Jahr später, viele Tipps und Informationen. Vor allem haben die Amerikaner den Italienern genau mitgeteilt, welche Vorräte sie in den Höhenlagern zurückgelassen hatten.

Die Italiener wollten 1954 auf alle Fälle erfolgreich sein, denn die nächsten Expeditionen zum K2 waren bereits angekündigt. Daher wurden nationale Anstrengungen unternommen, um die besten Bergsteiger zu finden. Das hat auch viel Neid und auch Konkurrenzdenken hervorgerufen, letztlich wurde die Leitung der Expedition von Ardito Desio, einem reichen Professor übernommen, der Ricardo Cassin ausbootete. Selbiger war damals einer der besten Bergsteiger Italiens.

Desio hatte zwar viel Geld aber kaum Ahnung vom Bergsteigen und arbeitete Pläne mit mehreren Phasen aus, wie und wann der Berg von wem bezwungen werden sollte, doch erstens war der Plan ohnehin unsinnig und zweitens hatte der K2 etwa dagegen, denn es gab gleich einmal einen Todesfall und der Kamerad musste aus 6.000 Meter Höhe in das Basislager gebracht werden.

Danach war tagelang Schlechtwetter und es dauerte lange, bis die Lager gefüllt waren, die Gipfelmannschaft sich akklimatisiert hatte und ein Gipfelversuch gewagt werden konnte. Als Route wurde wieder der Abruzzi-Grat gewählt, doch gab es einige Auseinandersetzungen.

Das Gipfelteam bestand aus Achille Compagnoni und Lino Lacedelli. Compagnoni wollte sein höchstes Lager viel höher anlegen lassen, als Walter Bonatti, der darauf hinwies, dass der Transport der schweren Materialien, vor allem des Sauerstoffs, unmöglich wird, wenn zwischen dem Lager VIII und Lager IX ein zu großer Höhenunterschied besteht.

Tatsächlich mussten Bonatti und Mahdi, ein Hunza, der ihn unterstützt hatte, eine Nacht im Freien biwakieren, weil sie es mit den schweren Lasten nicht bis in das Lager IX schafften. Compagnoni musste etwa 100 m absteigen, um den Sauerstoff zu holen und begann dann seinen Gipfelangriff mit Lacedelli.

Wie schon Wiessner 1939 war auch den Italienern der Flaschenhals, der heute die normale Route ist, zu schwierig und sie bewegten sich abseits davon, dem Gipfel zu, den sie gegen 18 Uhr am 30. Juli 1954 tatsächlich erreicht hatten. Allerdings: ohne die Unterstützung des gesamten Teams, insbesondere von Walter Bonatti, der sich damals eigentlich erhofft hatte, auch im Gipfelteam zu sein, wäre die Besteigung des K2 nicht gelungen.

[wissenswertes.at / 8. Juni 2007]





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